Lochkorrosion – Einführung

Trotz seiner Resistenz gegen Korrosion, kann es bei Edelstahl zu Lochkorrosion kommen. Lochkorrosion auf Edelstahl wird im Allgemeinen auch als Lochfrass oder Lochfrasskorrosion bezeichnet.

Lochkorrosion zeichnet sich dadurch aus, dass an der Oberfläche nur kleine Löcher zu sehen sind, an denen die schützende Passivschicht des Edelstahls durchbrochen ist. Unter der Oberfläche bilden sich jedoch grübchenartige Löcher aus, die sich teilweiße in erheblichem Ausmaß vergrößern können. Durch die geringe Ausdehnung der Oberfläche bleibt ein von Lochkorrosion betroffener Edelstahl meist lange unentdeckt.

Lochkorrosion ist also eine innere Schädigung des Edelstahls, die bei starker Verbreitung sogar zur Zerstörung von Bauteilen und dem Ausfall ganzer Anlagen führen kann.

Ein Befall von Lochkorrosion kann am besten bei einer regelmäßigen Edelstahlpflege und der Verwendung von einem geeigneten Edelstahlreiniger entdeckt werden.

Lochkorrosion – Ursache

Die Ursache von Lochkorrosion auf Edelstahl liegt in Fehlstellen der schützenden Passivschicht. Diese Fehlstellen können z.B. durch Fremdpartikel entstehen, die sich im Edelstahl befinden und eine erfolgreiche Bildung der Passivschicht verhindern.

Liegt eine solche Fehlstelle vor, ist der Edelstahl an genau dieser Stelle nicht mehr geschützt und es setzt ein Korrosionsprozess ein. Dieser Korrosionsprozess setzt sich anschließend unter der Oberfläche ungehindert fort und führt zum sogenannten Lochkorrosion.

Eine besondere Gefahr von Lochkorrosion besteht bei folgenden Gegebenheiten:

  • hoher Umgebungstemperatur
  • niedrige Strömungsgeschwindigkeit z.B. bei Kühlkreisläufen
  • geringe Sauerstoffkonzentration in der Umgebung

Lochkorrosion – Wo kann Lochkorrosion auftreten?

Aufgrund dessen, dass sich Lochkorrosion unter der Oberfläche ausbildet, kann er nur schlecht wahrgenommen werden und sollte deshalb auf keinen Fall unterschätzt werden. Ist z.B. ein sicherheitsrelevantes Bauteil von Lochkorrosion betroffen, kann ein Ausfall tödliche Folgen mit sich bringen. Im Allgemeinen ist Lochkorrosion häufig im Wasser- oder Abwasserbereich zu finden.

Lochkorrosion kann sich auf folgenden Werkstoffen ausbilden:

  • Edelstahl (z.B. V2A)
  • Aluminiumlegierungen
  • Kupferlegierungen
  • Magnesiumlegierungen

Lochkorrosion – Wie kann Lochkorrosion vermieden werden?

Um ein Objekt aus Edelstahl vor Lochkorrosion zu schützen, kann der Legierung Molybdän beigemischt werden. Molybdän führ dazu, dass sich die schützende Passivschicht auf der Edelstahloberfläche stabilisiert und sich so schneller erneuern kann.

Eine weitere Möglichkeit besteht in der anionischen Oxidation, dem sogenannten Eloxieren. Hierbei muss allerdings beachtet werden, dass auch eine eloxierte Oberfläche durch mechanische Beanspruchen zerstört werden kann. Ein Schutz ist vor Lochkorrosion ist dann nicht mehr gegeben.